1081 Renovation Bata-ClubhausBata-Clubhaus
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Möhlin
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«N ach guter Arbeit – gute Unterhaltung» lautet ein Leitsatz von ‹Schuhkönig› Tomas Bata, der noch heute in einer Industriehalle auf dem Bata-Areal prangt. Die Grundsätze des paternalistisch geführten Unternehmens fanden ihren Niederschlag in der Konzeption des Fabrikareals: Hier wurde nicht nur gearbeitet, sondern auch gewohnt, gespielt, geschwommen, getafelt und gefeiert. Alles kam zusammen und war doch streng nach den Funktionen Arbeit, Wohnen und Freizeit getrennt – mit den Werkhallen im nördlichen Teil, den 25 Wohnhäusern im mittleren Bereich und dem ‹Wohlfahrtsgebäude› (Clubhaus) am Südrand der Siedlung.

Als Bata 1990 den Betrieb in Möhlin einstellte, war die Zukunft des Fabrikdorfs ungewiss. 15 Jahre später übernahm die Jakob Müller AG den Bata- Park, mit einer klaren Strategie: Die neuen Besitzer streben eine «gute Durchmischung von Wohnen und Gewerbe, von Erholung und Produktivität» an. Das bestehende Ensemble soll vollständig erhalten und baulich saniert werden, während um den Park herum neue Wohnbauten entstehen.

Herzstück des Bata-Parks ist das Clubhaus. Es wurde 1948 errichtet und markierte den Abschluss des behutsam gewachsenen Fabrikdorfs. In seiner gegliederten Struktur unterscheidet sich der Bau von der blockhaften Zweckarchitektur der anderen Gebäude. Dem zweigeschossigen Hauptbau ist ein niederer Querbau angegliedert. Darin war früher das Foyer untergebracht mit einem Tearoom. Eine repräsentative Treppenanlage führte ins Obergeschoss des Haupttrakts zum Speise- und Unterhaltungssaal. Das Geschoss darunter bot Raum für Toiletten, Küche, Coiffeursalon, Kiosk, Kegelbahn, Lebensmittelladen und Garage. Gemäss den Ideen der neuen Besitzer sollen darin Gewerberäume entstehen, während der Saal für private Anlässe vermietet wird. Im Foyer wünschen sich die Betreiber ein Restaurant, wo sich die Mitarbeitenden des Bataparks und Besucher verpflegen können.

Unter der Leitung von Bäumlin+John AG ist das unter kantonalem Denkmalschutz stehende Clubhaus nun renoviert worden. Man befreite die Böden, Türen, Geländer und Stützenprofile von synthetischen Farben, die in diversen Bauetappen angebracht wurden. Die grösstenteils originalen Bauelemente wurden gemäss Farbbefund der Restauratorin wieder instand gestellt und restauriert, die Fenstergläser teils durch Isoliergläser ersetzt und die Vorhänge gemäss Originalfotos wieder angebracht. Zudem hat man eine neue Haustechnikzentrale installiert und das abhanden gekommene Herren-WC nach Vorbild des Damen-WC’s an ursprünglicher Stätte wieder eingebaut. «Unser Ziel war es, das Alte zu erhalten und, wo dies nicht möglich war, neue Elemente einzufügen, die sich am Stil und an der Materialität des Originals orientieren», erklärt Architekt Markus Vögeli.

Die Renovation erforderte eine enge Zusammenarbeit mit Denkmalpflegerin Isabel Haupt und viel Recherchearbeit. So mussten beispielsweise im grossen Saal zirka 30 Quadratmeter Steinholzbelag ersetzt werden, der heute so nicht mehr produziert wird. Einem Bodenspezialisten ist es schliesslich gelungen, einen Belag zu kreieren, der dem Original nahe kommt. Wenn hier dereinst – «nach guter Arbeit» – wieder getanzt wird, dürfte den wenigsten auffallen, dass ein Stück Originalboden durch ein Imitat ersetzt wurde. Man wird vielmehr diesen Saal bewundern und den Geist der Vierzigerjahre spüren.


Auftraggeber: Bata-Park AG
Baujahr: 2014