1073 Umbau Bauernhaus in MehrfamilienhausUmbau Bauernhaus in MFH
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Frick
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Viele Frickerinnen und Fricker erinnern sich an magische Abende in der «Wolke» während des Dorffests 2014. Die von der Volleyballriege Frick betriebene Beiz war in einem alten, unbewohnten Bauernhaus an der Hauptstrasse 95 untergebracht. Über eine provisorische Holztreppe gelangte man aufs Dachgeschoss, das mit seinen alten Balken und den wolkenartigen Leuchten ein bezauberndes Ambiente bot. Auch Konzerte gabs: Auf einer kleinen Bühne über dem Stall traten die Anna Rossinelli Band und Sänger Kunz auf und sorgten für unvergessliche Momente.
Nach dem Dorffest blieb das Haus jahrelang ungenutzt. Bis die Joma Immobilien AG das Potenzial erkannte: Sie plante eine Kernsanierung des Gebäudes und den Einbau mehrerer attraktiver Mietwohnungen. Die Lage an der verkehrslastigen Hauptstrasse sowie der kantonale Substanzschutz auf dem historischen Gebäude stellten die Architekten der Bäumlin + John AG dann aber vor grosse Herausforderungen. Man entschied sich schliesslich für eine «Haus-in-Haus»-Lösung. Innerhalb des entkernten Gebäudes sollte ein neuer, viergeschossiger Gebäudekörper entstehen, der sich selbst trägt. Der Vorteil dieser Variante: Die bestehenden Balken lassen sich erhalten, weil sie keine oder nur noch eine geringe statische Bedeutung haben. Im Inneren der Wohnungen schafft das historische Gebälk einen interessanten Kontrast zu den modernen Materialien.
Auch die 15 Meter hohe Bruchsteinwand, die das Haus ostseitig vom Nachbarsgebäude trennt, liess sich komplett und ohne verstärkende Eingriffe erhalten. Die Wand gewinnt dank dem «Haus-in-Haus»-Konzept gar an Bedeutung: Sie avanciert zum prägenden Element im neu gestalteten Erschliessungsbereich. Von den beiden gegenüberliegenden Wohnungen im 1.OG und im 2.OG-Dachgeschoss blickt man über Fensterboxen direkt in den Innenhof und auf die mächtige Bruchsteinwand. Tagsüber wird die Wand von natürlichem Licht beleuchtet, das über Glasziegel ins Innere gelangt; abends kreieren kunstvoll angeordnete LED-Bänder ein besonderes Ambiente. Das reizvolle Zusammenspiel zwischen Alt (abgewetzter Betonboden, Dachbalken, Bruchsteinmauer) und Neu (schwarze Metalltreppe, helle Fensterboxen, LED-Bänder) erinnert an eine spektakuläre Londoner Weinbar.
Von aussen gibt sich das Haus traditioneller. Am strassenseitigen Fassadenbild änderte man wenig. Neu hinzugekommen sind zwei eckige Boxen: Eine dient dem wettergeschützten Zutritt über das frühere Scheunentor ins Haus, die andere als Balkon im 1.OG. Auf der Rückseite wurde das Gebäude mit einem Anbau (zwei Wohnungen) erweitert. Insgesamt entstanden so fünf moderne Mietwohnungen (2.5 bis 
5 Zimmer). Alle Wohneinheiten verfügen entweder über einen gedeckten Sitzplatz, einen Balkon oder einen Laubengang, der in den ruhigen, von alten Bäumen gesäumten Hinterhof ausgerichtet ist. Vom Hof 
gelangt man über einen Fussweg zum angrenzenden Mehrfamilienhaus Widengasse 20/22. In dessen Tiefgarage stehen den Mieterinnen und Mieter des umgebauten Bauernhauses mehrere Parkplätze zur Verfügung.


Auftraggeber: Joma Immobilien AG
Baujahr: 2025