1132 Neubau Werk 5Neubau Werk 5
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Die neue Werkhalle der Jehle AG ist in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich. Als Erstes fällt einem der Fassadenschmuck auf: schräg gestellte und himmelwärts strebende Metallstreifen, die sich um die vorderen Eckkanten gruppieren. Sie sollen den Fortschritt symbolisieren, den Glauben an die Zukunft. Und neugierig machen, was wohl in dieser Halle entsteht.
Die Jehle AG stellt Stanz- und Umformwerkzeuge, sowie Spritzformen für die unterschiedlichsten Kundenanforderungen her. Im neuen Fabrikgebäude können nun grössere Maschinen untergebracht und die Wege deutlich kürzer gehalten werden als in der alten Halle, wo die Produktion auf zwei Geschossen verteilt war. Zur Strasse hin ist der Neubau zweigeschossig, Richtung Hang eingeschossig. Im EG erfolgt die Produktion der Werkzeug- und Formenbauelemente, im OG befinden sich Büro- und Aufenthaltsräume.
Die Halle ist 100 Meter lang, 24 Meter breit und 8,5 Meter hoch. Und doch wirkt sie dank der raffinierten Fassadengestaltung erstaunlich leicht. Der Metallschmuck bricht die Ecken optisch auf, und die unterschiedlich formatierten, teils leicht zueinander versetzten Fenster schaffen eine interessante Fassadenrhythmik. Mit seiner anthrazitfarbenen Blechbekleidung nimmt die neue Halle 5 die Fassadenfarbe der angrenzenden Halle 4 auf, die 2007 errichtet wurde. Zwischen den beiden Hallen gibt es nicht nur eine ästhetische Verbindung, sondern auch regen Materialaustausch. Um diesen zu erleichtern, wurde das Terrain der neuen Halle aufgeschüttet und nivelliert, denn es lag etwa zwei Meter tiefer als jenes der Halle 4. Auf dem Fundament wurde anschliessend ein Stahlbau aufgerichtet. Wer das Gebäude betritt, staunt über die grossen, hellen Räume. Die Wände und Stahlträger sind weiss gefärbt, der Boden wurde mit einem hellgrauen Kunstharzbelag ausgestattet. Man fühlt sich eher wie in einem Labor als in einer Industriehalle. Was ganz im Sinne der Bauherren ist, die den typischen Industriemief meiden und stattdessen eine angenehme, belebende Atmosphäre schaffen wollten. Als Herausforderung erwies sich die Beleuchtung: Es sollte zwar möglichst viel Sonnenlicht ins Gebäude dringen, gleichzeitig durfte sich die Halle nicht zu stark aufwärmen. Nun gelangt das Tageslicht fein dosiert über schmale, vertikale Fensterelemente auf der Rückseite des Baus und über einen Oberlichtstreifen entlang des Firsts in die Fabrik.
Grossen Wert legte die Jehle AG auch auf einen klimaschonenden Betrieb. Auf dem Dach der Halle liess sie eine 2200 m2 grosse Photovoltaik-Anlage einbauen. Diese liefert jährlich rund 350’000 Kilowattstunden Strom, was dem Verbrauch von etwa 35 Einfamilienhäusern entspricht. 85 Prozent davon nutzt die Firma selbst, den Rest speist sie ins Netz ein. Eine innovative Lösung fanden die Architekten und Planer für die Klimatisierung der Halle. Sie sollte energieeffizient sein und eine konstante Raumtemperatur generieren, denn die hochpräzise Metallverarbeitung duldet kaum Schwankungen. Um diese Ziele zu erreichen, wurde ein internes Kreislaufsystem entwickelt. Über ein Wärmepumpensystem wird im Winter die Maschinenabwärme wiederverwendet, während im Sommer Grundwasser zur Kühlung eingesetzt wird. Damit spart die Jehle AG nicht nur Energie und Geld ein, sondern auch jährlich 300 Tonnen CO₂.


Auftraggeber: Jehle AG
Baujahr: 2019