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Nach der Veräusserung ihres Unternehmens Wuhrmann Cigars (2008) stand die Familie Wuhrmann vor einem Richtungsentscheid: Will man das 44 Aren grosse Grundstück an bester Lage in der Nähe des Bahnhofs Rheinfelden samt Fabrik und Gründervilla verkaufen oder im Familienbesitz halten? Die emotionalen Bindungen der Familienmitglieder mit dem Grundstück und den Gebäuden erwiesen sich dann in der Summe als so stark, dass man beschloss, das Fabrikareal und die Villa mit dem schönen Naturgarten als Ensemble zu bewahren. Gleichzeitig sollte ein an die Fabrik angrenzender Neubau (ca. 40 Arbeitsplätze und 2 Wohnungen) sicherstellen, dass das Areal auch in Zukunft sinnvoll genutzt wird und wirtschaftlich tragbar bleibt.
Die Projektleitung für den modernen Holzbau übertrug die Wuhrmann Immobilien AG dem Büro Bäumlin+John. Im Sommer 2020 konnten die neuen Räume bezogen werden. Damit aber war das Projekt noch nicht abgeschlossen. In einer zweiten Etappe sollte die ehemalige Fabrikantenvilla aufgewertet werden. Das ursprünglich als Einfamilienhaus konzipiert dreigeschossige Gebäude umfasst heute zwei Mietwohnungen (EG und 1. OG), fünf Mansardenzimmer im 2. OG, die als Gästezimmer oder Büroräume genutzt werden, und einen Estrich im 3.OG.
Das Renovationskonzept sah eine Auffrischung der Wände und Böden sowie eine Erneuerung der technischen Installationen (Strom, Kommunikation, Multimedia, Anschluss an das Fernwärmenetz der Brauerei ‹Feldschlösschen›) vor. Ausserdem musste der Schallschutz verbessert werden, die über 100-jährigen Vor- und Hauptfenster konnten die heutigen Anforderungen nicht mehr erfüllen. Die Hauptfenster wurden aufwändig im Bestand optimiert: Sie verfügen nun über eine neue, zumeist doppelte Verglasung. Ausserdem wurden die alten Storenkästen mit Dämmstoffen abgedichtet.Die Vorfenster – stilprägende Elemente des Fassadenbilds – liess man auffrischen, ihre Rahmen schleifen und neu lackieren.
Den grössten Sanierungsbedarf wies die Wohnung im EG auf: Hier wurden Küche und Bad komplett erneuert und die Dielenböden in den ‹privaten› Zimmern durch Fischgrätparkett ersetzt. Dabei orientierte man sich an den Mustern und Massen der prachtvollen Holzböden in den ‹öffentlichen› Räumen (Korridor, Wohnzimmer). Im Mansardengeschoss wurde ein Badezimmer eingebaut. Die Konzepte für die Farbgebungen im Innen- und Aussenbereich wurden von der Restauratorin Ina Link erarbeitet: Im Wohnbereich sind die Türen und Rahmen mit einem edlen Salbeigrün zu den cremefarbenen Wänden geschickt kombiniert und setzen damit feine Akzente.
Weniger Gestaltungsspielraum gab es bei der Fassade. Die 1896 erbaute Villa zählt – wie die zeitgleich erstellte Zigarrenfabrik – zu den kommunal geschützten Bauten der Stadt Rheinfelden. Das äussere Bild des Gebäudes musste also so nah wie möglich am Original gehalten werden. «Wir haben dazu eng mit der Denkmalpflege zusammengearbeitet», sagt Alma Islamagic, Architektin bei Bäumlin+John. Nun präsentiert sich die historische Villa in neuem Glanz und den Ansprüchen heutiger Bewohner entsprechend.


Auftraggeber: Wuhrmann Immobilien AG
Baujahr: 2021