Etwa 12 km südöstlich von Basel liegt das Gempenplateau im Bezirk Dorneck-Thierstein im schönen Schwarzbubenland. Während unten in den Baselländer Tallandschaften eine starke Urbanisierung stattfand, blieb auf dem Plateau der ursprüngliche Landschaftscharakter bewahrt: Kirschbaum-Gärten, Einzelhöfe und Wälder prägen das Bild. In einer windgeschützten Mulde erstreckt sich der alte Dorfteil von Hochwald; weiter oben auf dem Nättenberg liegt ein jüngerer Teil. Umgeben von Wald und mit Ausblick in den Solothurner Jura ist dieses attraktive Wohnquartier in den letzten Jahren behutsam gewachsen. Bäumlin + John durfte im Auftrag eines einheimischen Bauherrn eine der letzten Lücken in einer Häuserreihe schliessen.
Die Auftraggeber, ein Paar mit einer erwachsenen Tochter, wünschten sich ein Haus mit Satteldach, Wintergarten und Galerie, gefertigt aus natürlichen Baustoffen. Zudem sollte ein angrenzender Carport ausreichend Platz für mehrere Autos und Fahrräder bieten. Bäumlin + John hat den Carport als eigenständiges, charakterstarkes Objekt gestaltet: Minimalistisch, kantig und aus Sichtbeton geformt, verleiht er dem Anwesen einen modernen Touch. Mit seinem flachen Dach schafft der Carport zudem einen interessanten Kontrast zum Hauptgebäude und dem vorgelagerten Wintergarten, die beide mit einem ortstypischen Satteldach ausgestattet sind.
In wenigen Schritten gelangt man vom Carport zum seitlich platzierten Haupteingang des Gebäudes oder – über eine Treppe hinter dem Haus – in die Werkstatt im UG. Vom Entrée führt ein zentraler Korridor zum grossen Wohn-/Essraum im östlichen Teil des Hauses. Entlang dieses Korridors sind zu beiden Seiten hin Zimmer angeordnet: ein privater Coiffeursalon, ein Réduit, ein Bad, ein Gäste-WC und ein Gästezimmer. Sind die Türen dieser Räume geöffnet, ergibt sich auf dem Korridor ein schönes Wechselspiel aus Wand, Schlitz (Lichteinfall), Wand, Schlitz... Die Böden und die Wände des Bads sind mit einem beigen Kalkstein ausgestattet, die Decken und Wände weiss verputzt. In dieser Umgebung wirken die schwarzen Fensterrahmen wie Kajalstriche in einem hellen Gesicht. Tiefschwarz präsentiert sich auch die freistehende Metalltreppe, die vom Wohn-/Essraum ins Obergeschoss führt. Hier ist ein grosses Schlafzimmer, ein Bad mit Dusche-Sauna und ein Büro untergebracht. Zur Carportseite hin eröffnet eine Loggia Ausblicke in die Juralandschaft; auf der gegenüberliegenden Seite bietet eine 4 m breite Galerie einen ruhigen Ort zum Lesen und Entspannen. Mittelpunkt des Hauses ist der Wohn-/Essbereich. Mit einer Höhe von bis zu 6 m (First) und dem angrenzenden Wintergarten auf der Südseite entfaltet sich hier eine vielseitige, attraktive Wohnlandschaft. Durch die Öffnungen an der Ostfassade und die oberen Dreieck-Fenster des Wintergartens gelangt während des ganzen Jahres viel Tageslicht in den Raum. Und im Sommer präsentiert sich hinter den Gläsern eine üppig leuchtende Vegetation. «Wohnen im Grünen» – oft eine Floskel, wird hier seinem Namen tatsächlich gerecht.
Auftraggeber: Privat
Baujahr: 2025